Mauerreste auf einer Bergkuppe im Wald
Foto: Wolfgang Richter

Burgruinen im oberen Wiesental

Karte mit Lage und Zufahrt zu den Burgruinen

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Aufstellung der Burgruinen

Name GPS Typ Höhe Erhaltung
Ruine Turmhölzle
79650 Schopfheim-Raitbach

47.6831° N,
7.8657° E

Höhen-
burg
620m Burghügel, Hals- und Ringgraben, Mauerreste von Bergfried, Ringmauer und anderen Gebäuden

Name GPS Typ Höhe Erhaltung
Ruine Altenstein
79685 Häg-Ehrsberg

47.7333° N,
7.9332° E

Höhen-
burg
740m Halsgraben, wenige Mauerspuren (Burgareal größtenteils in das Tal des Angenbachs abgerutscht)

  • Wiese mit dahinterliegenden FelsspornBurgstelle Altenstein: Ansicht von Süden in Richtung Angenbachtal. Hinter dem Strommast tiefer Halsgraben, dahinter das Burgareal. Im sichtbaren Geländegrat auf dem Burgareal Reste der südlichen Ringmauer. Foto: Wolfgang Richter

    Reihe von MauersteinenReste der südlichen Ringmauer. Foto: Wolfgang Richter

    Die Burgruine

    Die Burgstelle der Ruine Altenstein liegt unweit des Weilers Altenstein in der Gemeinde Häg-Ehrsberg auf einem Bergsporn, der in das Angenbachtal hineinreicht. Auf der Südseite wird der Bergsporn durch einen ca. 8 m tiefen Halsgraben abgetrennt, auf den West-, Nord- und Ostseiten fällt den Bergsporn nahezu senkrecht in das Angenbachtal (Bigott 2009). Entlang des Graben findet man geringe Reste einer Ringmauer (Meyer 1981). Das Burgareal ist vermutlich teilweise in das Angenbachtal abgerutscht.

    Geschichte

    Die Burg wurde vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut. Über das Ende der Burg ist nichts bekannt.

    Es ist unklar, ob es sich um die urkundlich erwähnte Burg Altenstein handelt, den vermutlichen Stammsitz der Herren von Stein. Aufgrund der vorhandenen Urkunden aus dem 14. Jahrhundert und sonstigen Hinweisen vermutet Schubring, dass es sich um die urkundlich erwähnte Burg Altenstein handelt (Schubring 2012). Dagegen vermuten Meyer und Bigott, dass es sich bei der urkundlich erwähnten Burg Altenstein um die Ruine Henschenberg bei Zell im Wiesental handelt (Bigott 2009, Meyer 1981)(siehe auch unter Ruine Henschenberg).

    Die urkundlich erwähnte Burg Altenstein hieß vermutlich zunächst nur Stein. Nach der Erbauung der Burg Neuenstein durch die Herren von Stein wurde sie zur Unterscheidung Altenstein genannt. Die Burg Neuenstein wird  1283 erstmals erwähnt. Daher muss die Burg Altenstein in der zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits bestanden haben. Vermutlich war Altenstein eine Amtsburg des Stifts Säckingen, die den Herren von Stein als Meiern des Stiftes als Lehen gegeben war und als Verwaltungssitz diente (Gutmann 2013). Nach einer Urkunde aus 1421 hatte sie zu dem Zeitpunkt ihre Funktion als Verwaltungssitz offensichtlich verloren (Gutmann 2013).

    ©OpenStreetMap contributors. DR. DSGVO

    Anreise 🚗 und 🥾

    Von 79685 Häg-Ehrsberg zum Ortsteil Altenstein. Die Ruine liegt am Waldrand unterhalb des Weilers Altenstein. Sie ist nur sehr schwer zugänglich, da kein Weg zur Ruine führt. Sehr steiler Anstieg auf den Burghügel.

    Literatur

    Boris Bigott: Häg (Häg-Ehrsberg. LÖ). In: Alfons Zettler, Thomas Zotz: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, II. Südlicher Teil: Halbband A-K. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-7366-5, S. 244–247. Digitalisat der UB Heidelberg

    Andre Gutmann: Unter dem Wappen der Fidel – Die Herren von Wieladingen und die Herren vom Stein zwischen Ministerialität und adliger Herrschaft. Verlag Karl Alber Freiburg / München 2011, S.321-322 Online-Veröffentlichung 2013 .

    Werner Meyer: Burgen von A bis Z – Burgenlexikon der Regio, Basel 1981. S. 9

    Klaus Schubring: Wo lag die Burg Altenstein? In: Das Markgräflerland, Band 1/2012, S. 106–117. Digitalisat der UB Freiburg

Name GPS Typ Höhe Erhaltung
Ruine Burgholz
79650 Schopfheim-Raitbach

47.6776° N,
7.8754° E

Höhen-
burg
663m

Burghügel, wenige Mauerreste, Halsgraben und Ringgraben

  • Mauerzug teils von Laub bedecktMauerreste an der S-W-Ecke der Kernburg, Foto: Wolfgang Richter

    Die Burgruine

    Die Ruine Burgholz liegt nahe der Ortschaft Raitbach, einem Ortsteil der Stadt Schopfheim.

    Nahe der Straße Raitbach – Schweigmatt liegen „spärliche Reste einer ausgedehnten Burganlage auf steiler, felsiger Kuppe“ (Meyer 1981). An der nördliche Seite findet sich ein zweiteiliges Vorwerk (siehe Grundriss). Ein tiefer Halsgraben, der teilweise in den Felsen geschrotet ist,  trennt das Vorwerk von der Kernburg. Von der Kernburg sind nur geringe Mauerreste erhalten. An der Nordostecke eventuell die Reste eines Rundturms. Südlich der Kernburg eine Vorburg mit dem alten Zugang zur Burg. Die Kernburg und südliche Vorburg sind von einem Graben mit vorgelagertem Wall umgeben.

    Grundriss von Burg und GeländeGrundriss der Ruine Burgholz (aus Schubring 1994, S. 55)

    Geschichte

    Erste Erwähnung im Jahr 1283: Bei der Ruine Burgholz handelt es sich vermutlich um die Ruine der Burg Neuenstein (Schubring 1994). Diese wurde von den Herren von Stein erbaut und 1283 erstmals erwähnt. Die Gebrüder Rudolf und Heinrich von dem Steine machten 1283 auf ihrer Burg „zu dem Nuwenstaine“ eine Stiftung für ihr Seelenheil. Mitte des 14. Jahrhunderts starben die Herren von Stein im Mannesstamm aus und die Herren von Schönau erbten ihren Besitz (Schubring 2001).

    Im Jahr 1400 verkaufen Anna von Klingenberg, die Witwe des Ritters Rudolf Hürus d.A. von Schönau, und ihr Sohn Albrecht von Schönau die Feste „Nuw Stein“ mit den umliegenden Dörfern Gersbach, Schlechtbach, Schweigmatt, Kürnberg und Raitbach sowie einigen Höfen an Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg. 1401 verzichtet St.Blasien auf sein Lehnsrecht an der Burg.

    Im Jahr 1509 ist die Burg eine Ruine. In diesem Jahr belehnt Markgraf Christoph von Baden den Appolinaris Höcklin von Schopfheim mit dem Burgstadel, d.h. zu dieser Zeit war die Burg bereits Ruine. Zu dieser Zeit wird der Burgstadel Steineck genannt. Erst seit dem 17. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung Burgholz eingebürgert (Schubring 1994).

    Karte

    ©OpenStreetMap contributors. DR. DSGVO

    Anreise

    Anreise 🚗

    Von 79650 Schopfheim-Raitbach her kommend liegt die Burgruine dicht an der K 6339 in einer scharfen Linkskurve, etwa auf der Hälfte zwischen den Raitbacher Ortsteilen Scheuermatt und Steinighof. Parkmöglichkeit direkt am Waldrand unterhalb des Burghügels. Die Burgruine ist schwer zugänglich, da keine Wege oder Pfade auf die steile Burgkuppe führen.

    Anreise 🚈 und 🥾

    Vom Bahnhof Hausen-Raitbach Wanderweg Richtung Raitbach/Schweigmatt. An der Ruine Turmhölzle vorbei weiter Richtung Schweigmatt. Im Weiler Blumberg rechts auf bergab führenden Fahrweg bis zur Straße Raitbach-Schweigmatt (K6339). Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße liegt der Burghügel.

    Literatur

    Werner Meyer, Burgen von A bis Z – Burgenlexikon der Regio, Basel 1981. S. 13

    Klaus Schubring: Die Herrschaft Neuenstein und Hausen im Wiesental. In: Das Markgräflerland, Heft 1, 1994, S. 43-62. Digitalisat der UB Freiburg

    Klaus Schubring: Die genealogische Entwicklung der Familie. In: Wernher von Schönau und Katharina Frings (Hrsg.): Adel an Ober- und Hochrhein – Beiträge zur Geschichte der Freiherren von Schönau. Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-7930-9282-8, S. 75–98.

Name GPS Typ Höhe Erhaltung
Ruine Henschenberg
79669 Zell im Wiesental

47.7084° N
7.8407° E

Höhen-
burg
498m

Burghügel, wenige Mauerreste, Halsgraben

  • Abgerutschte vermooste SteinreiheZieglhar, Ruine Henschenberg 1, CC BY-SA 4.0  

    Die Burgruine

    Die Ruine Henschenberg liegt auf einem Bergsporn westlich der Stadt Zell im Wiesental zwischen Henschenbach und Fischbach. Ein markanter Halsgraben trennt das Burgareal bergseits ab (Grundriss bei Müller 1973). Auf dem Burgareal finden sich nur geringe Mauerreste. An der Nordseite angrenzend an den Halsgraben Reste eines „größeren, wehrhaften Gebäudes, vermutlich eines Wohnturmes“ (Meyer 1981). Auf dem Burgareal finden sich außerdem Mauerreste weiterer, nicht identifizierter Gebäude. Werner Meyer berichtet von spätmittelalterlichen Biberschwanzziegeln und Keramikscherben aus dem 14. und 15. Jahrhundert im Oberflächenschutt auf dem gesamten Burgareal (Meyer 1981). Ein an der Ostseite des Bergsporns in den Fels getriebener Stollen steht vermutlich nicht im Zusammenhang mit der Burg.

    Geschichte

    Urkundliche Nachrichten zu einer Burg Henschenberg fehlen. Einige Autoren vermuten aber, dass es sich um die urkundlich erwähnte Burg Altenstein der Herren von Stein handelt (Meyer 1981, Bigott 2009), wohingegen andere Autoren die Ruine Altenstein bei Häg-Ehrsberg als die urkundlich erwähnte Burg Altenstein identifizieren (Schubring 2012)(siehe auch unter Ruine Altenstein).

    ©OpenStreetMap contributors. DR. DSGVO

    Anreise

    Anreise 🚗 und 🥾

    Von 79669 Zell im Wiesental über den Gresgener Weg (Parkmöglichkeit z.B. in der Scheffelstraße). Kurzes Stück auf einem Waldweg entlang des Henschenbaches zur Ruine, die etwa 130 m nördlich der Einmündung des Fischbachs in den Henschenbach liegt. Der steile Burghügel ist schwer zugänglich, Pfade auf den Burghügel fehlen.

    Anreise 🚈 und 🥾

    79669 Zell (Wiesental) ist Endstation der Wiesentalbahn.

    Literatur

    Boris Bigott: Häg (Häg-Ehrsberg. LÖ). In: Alfons Zettler, Thomas Zotz: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, II. Südlicher Teil: Halbband A-K. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-7366-5, S. 244–247. Digitalisat der UB Heidelberg

    Werner Meyer, Burgen von A bis Z – Burgenlexikon der Regio, Basel 1981. S. 16

    C.A. Müller, Burgen und Schlösser, in: Das Markgräflerland, Jahrgang 4/35, Sonderheft 1973. S. 61 Digitalisat der UB Freiburg

    Klaus Schubring: Wo lag die Burg Altenstein? In: Das Markgräflerland, Band 1/2012, S. 106–117. Digitalisat der UB Freiburg