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Freitag, 8.5.2026, Besuch des Landesarchivs in Rastatt

Sichtung der Funde der Turmhölzle-Ausgrabung

1981 wurde der Ostteil der Burg mit dem Bergfried auf Initiative der Stadt Schopfheim von Schülergruppen unter Anleitung von Archäologen ausgegraben.

Die Funde aus dieser Grabung sind im Zentrale Fundarchiv in Rastatt, was Teil des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg ist. Am 8.5.2026 haben Dominik Baiker und Dr. Wolfgang Richter die Funde gesichtet. Die Sichtung gab eine erste Übersicht über die Funde – sie ist noch keine wissenschaftliche Auswertung. Die wissenschaftliche Auswertung und Dokumentation der Funde bleibt eine zukünftige Aufgabe. Dennoch ergab die Sichtung wichtige Ergebnisse:

Keramikfunde

Die Keramikfunde bestätigen die zeitliche Einschätzung über das Turmhölzle: Beginn der Burg um 1100 herum, Auflassung der Burg nicht viel später als 1200.

TonscherbeTopfrandscherbe, Fund: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Ton, Breite: ~12cm, Höhe: ~5cm Foto: Wolfgang Richter

Unter den Funden ist beträchtliche Anzahl von Topf-Rand-scherben. Die Form der Topfränder erlaubt eine Abschätzung des Alters. Das Gros der gefundenen Scherben stammt aus dem 12. Jahrhundert. Einige wenige Stücke passen noch in die Zeit kurz nach 1200. Einige Randscherben könnten auch aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts stammen, allerdings braucht das noch genauere Untersuchungen

TonscherbeTopfkachelscherbe, Fund: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Ton, Breite: ~10cm, Höhe: ~7cm Foto: Wolfgang Richter

Unter den Keramikfunden befindet sich auch der Rest einer sogenannten Topfkachel. Im Turmhölzle wurde bereits mit einem Kachelofen geheizt. Diese Kachelform ist die älteste bekannte Form von Ofenkacheln. In Burgen in der Nordwestschweiz findet sich diese Form der Ofenkachel in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts bis um 1100 herum. Die Benutzung von Kachelöfen war ein wichtiger Fortschritt in der Beheizung von Räumen verglichen mit dem offenen Feuer im Kamin. Die Bewohner des Turmhölzles benutzten diese fortschrittliche Heizmethode.

Lesefunde

Lesefund ist ein archäologischer Fund, der zufällig an der Oberfläche entdeckt wird, ohne dass dafür gezielte Ausgrabungen stattgefunden haben.

Geländeeinschnitt im WaldLesefunde von der Ruine Turmhölzle. Foto: Wolfgang Richter

Die obigen Lesefunde auf dem Gelände der Ruine Turmhölzle sind ein schmiedeeiserner Hufnagel (Länge: 3,2cm) und drei Scherben von mittelalterlichen Töpfen. Die beiden unteren Scherben sind vom gleichen Topf, aber passen nicht zusammen. Die Machart des Hufnagels entspricht einem Nageltyp, der von ca. 1000 bis 1250 verbreitet war.